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Pflichtsieg mit Schönheitsfehlern

HSV Hochfranken – TS Coburg   41:26 (21:11)

Gegen den Tabellenvorletzten aus Coburg fahren die HSV-Herren einen zu keiner Zeit gefährdeten Sieg ein. In einer nur phasenweise unterhaltsamen Partie können sich einige Akteure in den Vordergrund spielen.

HSV: Riedel, Köhler – Stöckert (1), Vogel (7), Pich (3), Dirr (2), Scherdel (5), Krauß (7), Ludwig (2), Reitmeier (3), Bartoš, Meinel, Schaller (4), Herkt (7/2)

Zeitstrafen: HSV 3, TS 2
Siebenmeter: HSV 2/2, HC 1/3
Zuschauer: 200
Schiedsrichter: Fuchs/John (SG Marktleuthen/Niederlamitz)

Spielfilm: 3:4, 7:4, 13:7, 17:9, 21:11 – 24:16, 31:17, 34:19, 38:26, 41:26

Nach der knappen, aber dennoch verdienten Niederlage in der Vorwoche gegen den unangefochtenen Spitzenreiter aus Rödental wollten die Herren der HSV Hochfranken im zweiten Spiel in der Selber Roland-Dorschner-Halle in Folge den ersten Sieg im neuen Jahr einfahren. Die Voraussetzungen dafür waren sehr gut, da den Hausherren mit der TS Coburg der Tabellenvorletzte gegenüberstand, der in der laufenden Saison erst einmal als Sieger vom Feld gehen konnte.

Nach mehrwöchiger Zwangspause kehrte Florian Reitmeier in den Kader zurück, während sich Markus Dorschner im Abschlusstraining an der Wurfhand verletzte und für das Spiel nicht zur Verfügung stand. Außerdem stießen Jan Scherdel und Jonas Ludwig aus der zweiten Herrenmannschaft zum Team hinzu.

Die Anfangsphase des Spiels war geprägt von technischen Fehlern und Fehlwürfen auf beiden Seiten, wobei Jonatan Riedel im HSV-Tor von Beginn an eine gute Vorstellung zeigte. Somit war die Begegnung nach zehn Minuten beim Stand von 4:4 noch ausgeglichen. Danach gelang es den Hausherren mehr und mehr, der Partie ihren Stempel aufzudrücken. Mit schnellem Umschaltspiel und außerdem drei Toren in Folge von Dominik Krauß stand es nach einer Viertelstunde 9:5 für die Hochfranken. Zu einem im Handball eher ungewöhnlichen Mittel griff dann Trainer Jan Becker: er wechselte auf allen sechs Feldpositionen gleichzeitig und sorgte dafür, dass alle Spieler in dieser Partie in etwa gleich viel Einsatzzeit sammeln konnten.

Im zweiten „Block“ der ersten Halbzeit fiel vor allem das hervorragend funktionierende Zusammenspiel zwischen Stefan Stöckert und Andreas Vogel ins Auge. Letzterer konnte durch präzise Anspiele und große Laufbereitschaft in Kontern fünf seiner insgesamt sieben Treffer in der ersten Halbzeit erzielen. Da auch seine Mannschaftskollegen ihre Chancen nutzen, sich in die Torschützenliste einzutragen, und der Coburger Offensive nur selten der Durchbruch zum Tor gelang, wuchs der Vorsprung der Gastgeber kontinuierlich bis zur Pause auf beruhigende zehn Tore (21:11) an.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit wurde dann auf der Torhüterposition gewechselt, ebenso stand wieder der erste HSV-Block auf dem Feld. Doch wie bereits im ersten Spielabschnitt unterliefen der HSV zunächst mehrere unerklärliche technische Fehler, die die Gäste ausnutzen und bis zum Zwischenstand von 23:15 verkürzen konnten. Dann war es erneut Dominik Krauß, der seine Würfe sicher verwandelte und den alten Abstand von zehn Toren im Alleingang wiederherstellte. Dadurch schien er einen dringend benötigten Impuls an seine Mannschaftskollegen weitergegeben zu haben, die sich nun besser konzentrierten und den Vorsprung bis zum erneuten Blockwechsel nach etwa 45 Minuten zum 31:17 ausbauen konnten. Das klar erklärte Ziel für die Schlussviertelstunde war nun das Erzielen des 40. Tores, wobei in der Abwehr nicht mehr mit der letzten Konsequenz agiert wurde. Somit blieb der Vorsprung konstant und Jonas Ludwig war es vorbehalten, in der 59. Minute das 40:26 zu erzielen.

Nach dem Schlusspfiff hielt sich die Euphorie unter den Hochfranken in Grenzen, wusste man doch, dass dieser Erfolg in die Kategorie Pflichtsieg einzuordnen ist. Nächste Woche führt sie der Weg dann zum Tabellenletzten nach Ebern, wo erneut zwei Punkte fest eingeplant sind. M.D.