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„Es gehört dazu, Fehler zu machen“

INTERVIEW mit Christopher Dams, Handball-Schiedsrichter der HSV Hochfranken

Christopher Dams von der HSV Hochfranken leitet Spiele in der Handball-Landesliga. Und das bereits im Alter von 19 Jahren
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Christopher Dams, warum sind Sie diesen Schritt in so jungen Jahren gegangen?
Den ersten Schiedsrichterlehrgang vor zweieinhalb Jahren habe ich aus reiner Neugier absolviert. In meiner ersten Saison habe ich dann immer größeres Interesse bekommen. Eine gute Förderung im Bezirksoberliga-Kader ermöglichte uns dann den Aufstieg. Da ich wochentags zur Ausbildung als Polizeibeamter in Sulzbach-Rosenberg bin, sah ich eine größere Perspektive als Schiedsrichter. So konnte ich dem Handball auf diese Weise treu bleiben.
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Sind Sie mit Ihren Leistungen zufrieden – und wie sehen die Spieler und Trainer ihre Auftritte?
Uns ist der Einstieg als B-Kader-Schiedsrichter in die Landesliga gut gelungen, weshalb wir auch mit unseren Leistungen sehr zufrieden sind. Natürlich müssen wir auf diesem Niveau erst einmal Fuß fassen. Dazu gehört es auch, Fehler zu machen, die einem im Lernprozess aber weiterbringen. Überraschend für mich war dabei, dass ich von Spielern und Trainern trotz meines jungen Alters eine große Akzeptanz erfahren habe. Das wiederum bestätigt uns, dass wir unsere Sache ganz gut machen.
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Was wollen Sie als Schiedsrichter erreichen?
Mittelfristig wollen wir uns im B-Kader etablieren. Darüber hinaus lassen wir es auf uns zukommen, wobei der Blick natürlich schon nach oben gerichtet ist.
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Lässt sich das Schiedsrichterwesen mit Familie und Beruf vereinbaren?
Ich habe schon zu Beginn der Saison gemerkt, dass der Zeitaufwand im Vergleich zum letzten Jahr immens gestiegen ist. Weil nun vor allem Spiele im Raum Nürnberg und Würzburg auf der Tagesordnung stehen, verbringen wir viel Zeit im Auto. Da ich im Moment noch in der Ausbildung bin und die Wochenenden frei habe, klappt das noch ganz gut. Seitens meiner Familie und Freundin erfahre ich viel Unterstützung: Meistens bin ich ja einen Tag am Wochenende zu Hause, wenn ich nicht in der Halle bin und am Heimspieltag der HSV Hochfranken in der Bezirksoberligamannschaft aushelfe.
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Steht die HSV hinter Ihnen?
Die HSV hat mich bei der Ausstattung unterstützt und meine Ausbildung finanziert.
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Und was wollen Sie den Spielern mitgeben?
Ich würde jedem Spieler raten, die andere Seite des Spiels auszuprobieren, weil man seine Sportart aus einem ganz anderen Blickwinkel kennenlernt.
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Das Gespräch führte Wolfgang Neidhardt
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Zur Person:
Christopher Dams von der HSV Hochfranken hat früh die Perspektive gewechselt: Bis zur vergangenen Saison spielte er in der A-Jugend und der zweiten Herrenmannschaft. Nun blickt der Rehauer im zarten Schiedsrichter-Alter von 19 Jahren bereits auf die Leitung von elf Landesligaspielen zurück, gemeinsam mit Nicholas Cudd aus Bayreuth, der früher das Tor beim TV Helmbrechts gehütet hat.
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Quelle: Frankenpost 01.02.2019

Nicholas Cudd (HaSpo Bayreuth) und Christopher Dams (HSV Hochfranken) Foto: BHV